M Mein Objekt Case Study

Museum Schaffen Winterthur, Schweiz

Wintidings (2025)

Für die Ausstellung „ObjektWerkStadt" bekommen historische Maschinen der Brauerei Haldengut ein eigenes Profil, eine Persönlichkeit und eine Stimme.

ObjektWerkStadt im Museum Schaffen Winterthur

Wie spielerisch Wintidings funktioniert, zeigt ein besonders schönes Detail aus der Berichterstattung: In der kostenlosen Web-App können Besuchende sogar mit dem erfundenen Holzwurm Charlie chatten. So werden historische Objekte und ihre Geschichten zu eigenwilligen Charakteren - im Museum und von zuhause aus.

Was das Projekt besonders macht

  • Die Ausstellung setzt auf ein Objekt-Casting: Nur die beliebtesten Maschinen ziehen später in den „Erinnerungstank Haldengut“ ein.
  • Mit Figuren wie Holzwurm Charlie, Brunhild, Yeastina, Silo Sepp oder Rosy bekommen selbst Restaurierung und Industriegeschichte eine eigene Stimme.
  • Das Publikum chattet direkt mit den Exponaten und entscheidet am Ende mit, welche Objekte in der Folgeausstellung zu sehen sind.
  • Die App verbindet unterhaltsames Storytelling mit konkreter Industriegeschichte rund um die Brauerei Haldengut.

Erfahrungen aus der Praxis

Was Museum Schaffen im Einsatz überzeugt hat

„Überzeugt hat uns vor allem die Multifunktionalität von ‚Mein Objekt‘: Es ist nicht nur ein Objektchat, sondern zugleich ein cleverer Multimediaguide.“

Nutzung

Browserbasiert, ohne Download und auch ausserhalb der Museumsöffnungszeiten zugänglich.

Redaktion

Audios, Videos und Dialoge konnten in vergleichsweise kurzer Zeit im Haus selbst erstellt werden.

Teilhabe

In Workshops entstehen Inhalte gemeinsam mit unterschiedlichen Zielgruppen und stärken die Beziehung zu den Objekten.

Ganzer Erfahrungsbericht

Im Museum Schaffen in Winterthur kämpfen über 2500 Objekte aus der ehemaligen Brauerei Haldengut um ihre Zukunft. In der Vorausstellung „ObjektWerkStadt“ wurde „Mein Objekt“ intensiv getestet und als Stimme für diese Objekte eingesetzt.

Bei den Chats setzt das Team konsequent auf Storytelling: Jedes Objekt erhält eine eigene Persönlichkeit und reagiert direkt auf das Publikum. Der Chatbuilder wird nach kurzer Einarbeitung als intuitiv beschrieben; Programmierkenntnisse seien nicht nötig.

Besonders hilfreich war für das Team die Möglichkeit, Bilder zu versenden, Selfie-Aufforderungen einzubauen und pro Exponat Videos, Audios und kurze Texte direkt in die App einzubinden.

Die Inhalte wurden in vergleichsweise kurzer Zeit selbst erstellt. In Workshops und Kooperationen nutzt Museum Schaffen die App zudem, um Dialoge, Namen, Charakteristiken und gesprochene Texte gemeinsam mit verschiedenen Zielgruppen zu entwickeln.

Auch die Zusammenarbeit mit Homo Ludens beschreibt Museum Schaffen als konstruktiv und gemeinschaftlich. Aus Sicht des Teams trägt jede neue Institution zur Weiterentwicklung von „Mein Objekt“ bei.

Nadia Pettannice, Freischaffende Historikerin und Gastkuratorin, Museum Schaffen Winterthur